DIE SCHAM

Wer kennt sie nicht? Wen begleitet sie nicht schon sein ganzes Leben? Die Scham, für alles mögliche sollen wir uns schämen! 

Was wir getan haben, was wir gesagt haben, doch im Endeffekt sind es nur Dinge, Sätze oder Erlebnisse, die anderen nicht gefallen haben, weil sie selbst zu wenig Kühnheit oder Pfiffigkeit besitzen oder nicht keck oder unverfroren genug sind, das zu tun oder zu sagen, was ihnen am Herzen liegt!

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass ich als Kind schon sehr oft geschimpft wurde mit den Worten – sei nicht so keck, frech, unverschämt – du sollst dich schämen, so etwas zu sagen, zu tun oder gar zu sein!

Doch wofür soll man sich schämen? Warum ist es dreist, zu sagen, was man denkt und fühlt? Warum soll ich mich schämen, zu fühlen, was eben an Gefühlen in mir ist?

Wie oft in der Vergangenheit hab ich beobachtet, wenn zu jemanden gesagt wurde – in den oder den Menschen brauchst dich gar nicht zu verlieben, denn es wäre dreist zu denken, dass der/die Andere das jemals erwidern würde. Seit wann richtet sich die Liebe nach Stand oder Einkommen? Die Liebe fragt nicht einmal, ob du ein ehrenwerter Mensch bist! Sie schwingt einfach!

Naja ich verstehe ja schon an sich nicht, warum es negativ behaftet ist, wenn man kühn, dreist, keck oder gewitzt ist und genau das sind aber Synonyme für Unverschämtheit – also nicht verschämt, also ohne Scham! Da wären wir schon, bei der Scham! Schön, wenn powervoll das gleiche ist, wie Unverschämtheit, nur etwas versteckter oder anders ausgedrückt – in eingedeutschtem Englisch! Und dennoch ist es ein ähnlicher Akt! Sich nicht zu schämen dafür, wer man ist, was man denkt oder mit Leidenschaft tun möchte, hat eine Kraft, die eben sehr powervoll ist!

Und dann stellt sich mir noch die Frage als Frau – wo genau kommt das Wort Schamhügel und Schamlippen her für unsere Vulva? Wer genau hat den Eingang zur menschlichen Entstehungsmöglichkeit so entwertet, so negativ behaftet, dass wir uns dafür schämen sollen, dass es existiert? Ich weiß noch, dass meine Großeltern mir immer eingebläut haben, da unten nicht hinzugreifen, die Finger davon zu lassen, das ist unrein… tja, wie sollte ich mich aber dort waschen, wenn ich doch unrein bin und nicht hin greifen darf? Ich habe es damals schon nicht verstanden! 

Wenn ich mich dafür schämen soll, voller Scham fühlen soll, dass ich eine Vulva habe, wie soll ich es dann bitte anstellen, mich einem Mann bedingungslos hinzugeben, ohne Scham? Denn in dem Moment wo sich ein Mann mit uns vereinen möchte, erwartet er von uns, dass wir mit uns im Reinen sind, im Einklang mit unserem Körperbewusstsein und jeder Mann schätzt es, wenn wir genau dann ein gewisses Maß an Keckheit an den Tag legen und mit einer Unverschämtheit und völlig unverfroren sich seinen Wünschen anpassen, seine Sinne damit reizen und ihn anstacheln?

Wohin in diesem Moment mit der Scham, die wir den Rest der Zeit an den Tag legen sollen, rot werden sollen und uns dafür schämen, dass wir die Erotik genauso schätzen, wie auch der Mann. 

Ich für meinen Teil ziehe die Bezeichnung Venushügel vor, da die Venus ja für die Weiblichkeit steht, ein Symbol für Erotik ist und uns unserem Ursprung wieder näher bringt. Dass wir uns ganz in Ordnung fühlen dürfen, wir unsere Sinneslust als etwas angenehmes erleben können! 

Wobei, jeder der mich kennt weiß, ich frage niemanden mehr, wie ich mich fühlen darf, ich fühle mich einfach! Ich frage nicht mehr, was erlaubt ist, da ich nicht mal weiß, wer überhaupt außer mir selbst, berechtigt wäre, mir zu erlauben, was ich tun, denken und fühlen darf! 

Ich denke, genau das macht mich geeignet, eine würdige Präsidentin der Chuzpe Wortspielakademie zu sein! 

Ich werde immer wieder mal gefragt, wofür Chuzpe steht – es kommt aus dem hebräischen und bedeutet eben genau das – frech, unverschämt, dreist, keck, kühn, gewitzt, unverfroren, pfiffig!

Also jeder, der seine eigene Chuzpe wieder fühlen möchte, sich selbst wieder spüren und wahrnehmen möchte, ist bei uns herzlich willkommen!

Nicht umsonst ist eines meiner Lebensmottos ist – 

 VERNÜNFTIG  ist wie tot – nur VORHER!

In diesem Sinne, lebt, liebt euch in euerer Einzigartigkeit und ohne Scham, seid einfach ihr selbst!

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